Geschichte

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid/Sorpesee

 

Über das genaue Gründungsjahr der Feuerwehr in Langscheid gibt es keine gesicherten Angaben. Aus den Archiven des Kirchspiels Enkhausen und des Stadtarchivs Sundern wurden Protokolle von Gemeinderatssitzungen kopiert, wonach im Jahr 1852 eine Bekanntmachung veröffentlich wurde, in der der Neubau eines Spritzenhauses ausgeschrieben wurde. Die geschah am 15.April 1852.

Übersetzung der Bekanntmachung:

Bekanntmachung

Zum öffentlichen wenigstfachen Verding des Neubaus eines Spritzenhauses zu Langscheid veranschlagt zu

 

a) Maurerarbeit mit Material                               14 Thaler 20 Groschen

b) Zimmerarbeit mit Material                               99 Thaler 10 Groschen

c) Tischlerarbeit mit Material                                                       8 Thaler

d) Dachdeckerarbeit mit Material           9Thaler 17 Groschen 4 Pfennig

e) Schlosserarbeit mit Material                                5 Thaler 1 Groschen

ist Termin auf Dienstag den 27. des Monats nachmittags 3 Uhr im Pfarrhaus zu Enkhausen anberaumt, wozu qualifizierte Unternehmungslustige eingeladen werden.

 

Hüsten, den 15.April 1852

Der Amtsverweser

Kuhlmanns

 

Die Bekanntmachung vollzogen bescheinigt

Hachen den 17.April 1852

Polizeidiener Schuhmacher

Anschlag und Ausruf zu Hachen.

Dieses Spritzenhaus, das auf dem jetzigen Gelände der Scheune von Theo Henneke stand, fiel später einem Anschlag zum Opfer. So gennante Modernisierer wollten das Dorfbild verschönern und rissen alle ihrer Meinung nach schändlichen Objekte im Dorf  nieder. Darunter fiel auch das Spritzenhaus. Die Feuerspritze und das Löschmaterial wurden daraufhin in der alten Kapelle untergebracht.

 

In der Gemeindeversammlung am 05. Februar 1861 wurde verhandelt und beschlossen, das „ zur Notdurft 6 neue Feuer Eimer von gutem Rindleder bei hiesiger Feuer Spritze angeschafft werden und im öffentlichen Mindestfordernden Verdinge ausgestellt werden, dabei die Bemengelten Eimer gleicherzeits zur Reparatur mit ausgestellt werden. Und zwei neue Eicherne Feuerhacken müssen zum Verdinge ausgestellt werden“.

 

Am 6. März 1862 wurde ein neuer Spritzenmeister gewählt.

Theodor Flügge hatte gekündigt und Peter Schelle wurde einstimmig als Nachfolger mit einem jährlichen Gehalt von 2 Thaler gewählt.

 

Am 30. August 1864 wurde beschlossen daß bei auswärtigen Brandunglück zum Vorspannen der dorfeigenen Feuerspritze keine Vergütung aus Gemeindemitteln bewilligt werden, vielmehr müssten das wie früher aus der Brand Feuer Societäts Kasse gezahlt werden.

 

Regelmäßige und originale Aufzeichnungen, welche sich im Besitz der Feuerwehr Langscheid befinden gibt es seit 1927.

 

Der Vorstand setzte sich 1927 wie folgt zusammen:

Hauptmann: Johann Lübke
Stellv. Hauptmann: Th. Feldmann-Sornett
Schriftführer: Josef Wortmann
Vertreter der passiven Mitglieder: Fr. Wortmann-Tigges

Die aktiven Mitglieder unterteilten sich in:

Steigerabteilung mit 10 Mitgliedern
Steigerführer: Theodor Wortmann
Spritzenabteilung mit 17 Mitgliedern
Spritzenführer: Franz Becker

Hydrantenabteilung mit 9 Mitgliedern

Hydrantenführer: Josef Kuhlmann
Ordnungsabteilung mit 2 Mitgliedern
Sanitäter mit 3 Mitgliedern
Hornisten mit 3 Mitgliedern

 

Des weiteren befanden sich 27 passive Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid.

Der Halbjahresbeitrag betrug für alle Mitglieder 1 Thaler.

Am 10. Juni 1928 wurde in Langscheid ein Feuerwehrfest veranstaltet. Der Überschuss betrug 211,22 Thaler.

Ab dem Jahr 1935 und über die Kriegsjahre hinaus bis zum Jahr 1948 war Bernhard Lübke Wehrführer in Langscheid. Sein Nachfolger wurde dann Karl Vielhaber.

Im Jahre 1948 erfuhr die Feuerwehr eine enorme Verjüngungskur da am 23.01. diesen Jahres gleich 7 Langscheider Bürger im Alter von 18 bis 21 Jahren in die Wehr eintraten. 4 davon sind auch noch heute in der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid.

Bis 1953 folgten weitere 5 Männer.

Als Fahrzeuge dienten in diesen Jahren ein zum Benziner umgebauter Holzkocher und bis 1956 ein von der Gemeinde zum Preis von 2000 Mark erworbener Mannschaftstransportwagen eines Überfallkommandos. Ihren Standort hatten die Fahrzeuge im Bierkeller der Langscheider Schützenhalle.

Nachdem man bisher nur über eine aus 3 Pumpen zusammengebaute TS verfügte, konnte man sich im Jahr 1955 über die Anschaffung einer neuen TS 8/8 von Magirus freuen. Diese wurde mit dem zur Verfügung stehenden Mannschaftswagen der Wehrmacht zur Einsatzstelle gebracht.

 

  • Zum neuen Wehrführer wurde im Jahr 1957 Heinz Volmert bestellt. Er löste Karl Vielhaber, der daraufhin zum Ehrenbrandmeister ernannt wurde, nach 9 Jahren Amtszeit ab. Sein Stellvertreter wurde Aloys Lenze.

 

Im Jahr 1957 wurde dann ein Tragkraftspritzenanhänger von der Fa. Henkel in Bielefeld in Dienst gestellt. So hatte man nun einen fahrbaren Untersatz für die TS 8/8. Dieser musste jedoch mit einem Traktor, der von Arnold Danne zur Verfügung gestellt wurde, zu einer Einsatzstelle gebracht werden. Untergebracht war dieser Anhänger in einer Garage der Gaststätte Volmert.  Bei der Anlieferung mit der Bahn kam es jedoch zu einem Lackschaden an diesem Anhänger und so musste er sofort in eine Werkstatt nach Müschede zur Reparatur gebracht werden.

Im Jahr 1959 wurde die Sorpetalsperre leergelassen, um so eventuelle Blindgänger zu finden. Es wurden zahlreiche Blindgänger in allen Größen gefunden und entschärft. Bei diesen nicht ungefährlichen Arbeiten war die Feuerwehr Langscheid ebenfalls im Einsatz.

Einer der größten Einsätze in der Geschichte der Feuerwehr Langscheid war am 17. April 1959 der Brand des Sägewerkes Feldmann. Zu allem Unglück war die Sirene im Ort defekt. So fuhr ein Hornist mit einem Motorrad durchs Dorf und die Kirchenglocken läuteten um die Wehrmänner zum Einsatz zu rufen.

Im September 1959 konnte mit der Anschaffung eines LF 8 auf Opel Blitz erstmals ein neues Fahrzeug bei der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid  in Dienst genommen werden. Die Fa. Miessen aus Bonn hatte das Fahrzeug aufgebaut.

Mit seiner feuerwehrtechnischen Beladung und der Möglichkeit den vorhandenen Anhänger zu ziehen, war es nun den Langscheider Wehrmännern aus eigener Kraft möglich, zu ihren Einsatzstellen zu gelangen. Ein großer Fortschritt für die gesamte Gemeinde Langscheid, aber auch für die umliegenden Nachbargemeinden, denn das Fahrzeug war das modernste seiner Zeit. Ihren Standort hatten daraufhin das LF 8 und der TSA in einer angemieteten Garage in der Gaststätte Lindenhof an der Hauptstraße.

Noch mit den Girlanden der Einweihung geschmückt, mussten die Wehrmänner mit dem neuen Fahrzeug am 06.10.1959 zu einem Großbrand auf Gut Melschede ausrücken. Hier brannte die große Scheune in voller Ausdehnung. Der Dachstuhl der Stallung war ebenfalls bereits in Brand geraten. Es gelang den Einsatzkräften noch, die Schweine aus den Stallungen zu treiben. Ein Übergreifen auf das Haus des Verwalters konnte verhindert werden.

Die Mitgliederzahl im Jahr 1959 betrug 20 Kameraden in der aktiven Feuerwehr.

Am 22.11.1962 wurde die Feuerwehr Langscheid zu einem weiteren Großbrand gerufen. In der Schreinerei Hennecke auf der Hochstraße war in der Werkstatt ein Feuer ausgebrochen.

Ein Übergreifen auf das Wohnhaus konnte trotz schnellem und massivem Eingreifen nicht verhindert werden.

Ein weiterer Großbrand musste am 20.01.1963 bekämpft werden. Auf der Südseite des Sorpesees war es im Erholungsheim der ländlichen Centralkasse Münster zu einem Feuer gekommen. Unter widrigsten Bedingungen gelang es den Wehrmännern das Feuer zu löschen.

Im Jahr 1965 wurde die Anschaffung einer eigenen Fahne beschlossen. Diese wurde im Juli von der Fa. Graefe in Lüdenscheid geliefert und wird auch noch heute zu allen feierlichen aber auch traurigen Anlässen getragen.

Das Amtsfeuerwehrfest des Amtes Hüsten fand im Jahr 1969 in Langscheid statt. Erstmals an einem Samstag ausgetragen, nahmen viele Feuerwehrkameraden hieran teil. Bei einer Schauübung am Sägewerk der Fa. Feldmann konnte die Feuerwehr Langscheid ihr Können unter Beweis stellen. Die Übung erntete sehr viel Lob und Anerkennung.

Weiterhin wurden im Jahr 1969 die ersten 3 Handsprechfunkgeräte angeschafft.

Der Verbandstag des Deutschen Feuerwehrverbandes fand im Juni 1970 in Münster statt. Durch eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde war es auch einigen Langscheider Wehrmännern möglich diesen zu besuchen.

Die Mitgliederzahl im Jahr 1971 betrug 16 Kameraden.

Erstmals wurde eine Aufteilung nach Berufen vorgenommen.

So waren es 2 Arbeiter, 7 Handwerksgesellen, 2 Handwerksmeister,

1 Landwirt, 3 selbstständig Gewerbetreibende und 1 Angestellter, die

sich dem Dienst am Nächsten verschrieben hatten.

Ein Schritt in Richtung Zukunft und für den Erhalt der Feuerwehr Langscheid wurde 1974 gemacht. Es wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Spontan fanden sich 15 Jugendliche aus Langscheid die sich in der Feuerwehr engagieren wollten. Vater dieser Jugendgruppe ist ohne Frage Karl Marcewski gewesen. Ohne sein Drängen und Fordern wäre es wahrscheinlich nicht so weit gekommen. Schließlich fand er jedoch in Xaver Henneke einen Mitstreiter. Und auch Wehrführer Heinz Volmert und sein Stellvertreter Aloys Lenze konnten sich mit dieser Idee anfreunden. Die erste Ausrüstung der jungen Wehrmänner wurde aus der Kameradschaftskasse der Wehr beschafft.

Ein weiteres, neues Kapitel wurde am 01.01.1975 geschrieben. Mit der kommunalen Neugliederung wurde die Feuerwehr Langscheid aus dem Wehrverbund des Amtes Hüsten zu einer von 14 Stadtteileinheiten in der neuen Stadt Sundern. 1. kommisarischer Wehrführer wurde Johannes Vollmer aus Sundern. Nach der Gründung von weiteren Jugendfeuerwehren in anderen Stadtteilen wurde Karl Marcewski 1. Stadtjugendfeuerwehrwart.

Am 30.11.1975 erhielt die Stadt Sundern von der Familie Adomat die Kündigung der angemieteten Garage am Lindenhof. Ein neuer, vorübergehender Standort konnte in einer Garage des Spediteurs Becker – Klute an der Hauptsraße gefunden werden. Diese wurde von der Familie Becker – Klute spontan zur Verfügung gestellt.

Einen aussergewöhnlichen, weil noch nie da gewesenen Einsatz galt es am 30.06.1977 zu bewältigen. Auf der Brunnenstraße war der Anhänger eines Tankwagens, beladen mit Heizöl, umgestürzt. Unmengen von Heizöl flossen den ersteintreffenden Wehrmännern entgegen und in die Kanalisation. Auch der Straßenbelag wurde zerstört. Mit Wagenladungen Sägemehl und Bindemittel wurde das Heizöl eingedämmt. Neben der Feuerwehr Langscheid waren ebenfalls die Wehren aus Sundern und Arnsberg sowie ein Autokran der Fa. Ullrich aus Sundern im Einsatz.

Am 22. Mai 1977 fand erstmals ein Jugendfeuerwehrtreffen in Langscheid statt. Viele Gruppen waren der Einladung an den Sorpesee gefolgt.

Ebenfalls im Jahr 1977 konnte die Jugendfeuerwehr Langscheid erstmals die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehren in Niedermarsberg erringen.

Nach langem Ringen um ein geeignetes Grundstück für ein neues Feuerwehrgerätehaus, einigten sich alle Beteiligten auf das städtische Grundstück unterhalb des Hochbehälters an der Ringstraße. Am 29.10.1977 wurde mit dem Gießen der Fundamente begonnen. Zuvor hatte die Fa. Westhoff diese ausgeschachtet. Die Löschgruppe Langscheid hatte sich bereit erklärt, einen großen Teil der Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. Die Arbeiten nahmen auch im Jahr 1978 fast jeden Tag in Anspruch.

Am 24.02.1978 wurden der Wehrführer der Feuerwehr Langscheid Heinz Volmert und sein Stellvertreter Aloys Lenze verabschiedet. Heinz Volmert vollzog diesen Schritt aus gesundheitlichen Gründen. Ihm wurde für seine 21 jährige Tätigkeit als Wehrführer herzlich gedankt. Auch der Stadtbrandmeister der Stadt Sundern Johannes Vollmer würdigte die Verdienste von Heinz Volmert und Aloys Lenze und übernahm beide in die Ehrenabteilung. Die Wahl einer neuen Löschgruppenführung wurde an diesem Abend ebenfalls durchgeführt. Einstimmig wurden Xaver Henneke als Löschgruppenführer und Werner Schulte als stellvertretender Löschgruppenführer gewählt.

An einen Scherz glaubten August Bierhoff und Xaver Henneke zunächst, als sich am 16.05.1978 am Telefon ein Josef Vogel, seines Zeichens Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid am Rhein, meldete und angab, mit seinen Kameraden einen Besuch in Langscheid am Sorpesee zu machen.

Es konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen, das sich hieraus eine partnerschaftliche und herzliche Freundschaft nicht nur zwischen den beiden Feuerwehren sondern zwischen den beiden Dörfern entwickelte, die bis heute immer weiter vertieft wurde

Das die Feuerwehr nicht nur bei Bränden zum Einsatz kommt, wurde den Wehrmännern am 01.08.1978 bewußt. Auf der L 544 in Höhe Schloß Melschede war es zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Reisebus aus Osnabrück und einem Linienbus der RLG gekommen. Eine Busfahrer war schwerst eingeklemmt und konnte erst nach fast einer Stunde befreit werden. Insgesamt wurden 5 Personen schwer und 25 Personen leicht verletzt. Neben der Feuerwehr waren ein RTH sowie ca. 20 RTW und KTW im Einsatz.

Am 11.08.1978 war es soweit. Nach unzähligen Arbeitsstunden konnte Richtfest am neuen Feuerwehrgerätehaus gefeiert werden. Neben den geladenen Gästen aus Politik und Vereinen waren selbstverständlich auch die Wehrmänner mit ihren Frauen erschienen. Diesmal nicht um zu arbeiten sondern um zu feiern.

Am 30. September 1978 galt es wieder eines der größten Feuer in der Geschichte Langscheids zu bekämpfen. Die Stallungen und das Wohnhaus der Familie Theodor Henneke, und somit Elternhaus des Löschgruppenführers Xaver Henneke, standen in hellen Flammen. An eine Rettung der Gebäude war nicht mehr zu denken. Es wurden alle Tiere aus den Stallungen getrieben und die wichtigsten Gegenstände aus dem Wohnhaus geborgen. Was das Feuer verschont hatte, machte das Löschwasser in den Lehmböden zunichte. Bei diesem über 2 Tage dauernden Einsatz wurden insgesamt 227 Einsatzstunden nur von den Langscheider Wehrmännern geleistet.

Noch gezeichnet von dem schweren Einsatz aber voller Erwartung waren die Mitglieder und Familien der Langscheider Feuerwehr als am 02. und 03. Oktober die Gäste aus Langscheid zu ihrem Besuch am Sorpesee erwartet wurden.

Nach der Begrüßung wurden schnell Kontakte geknüpft und die Gäste zu ihren Quartieren gebracht. Auf dem Programm standen weiter ein gemeinsamer Besuch des Gottesdienstes, eine Staudammbesichtigung und ein Rundgang durch den Ort. Es blieb jedoch auch genug Zeit für Geselligkeit und das Knüpfen von weiteren Kontakten. Als unsere Gäste die Rückreise antraten, waren sich alle sicher, dies war erst der Anfang einer großen Freundschaft.

Auf den Tag genau 1 Jahr nach dem Richtfest konnte am 11.08.1979 das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Zahlreiche Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens hatten sich zu diesem freudigen Anlass eingefunden. Den kirchlichen Segen erhielt das Gerätehaus von den beiden Pastören Machalke ( katholische Kirche ) und Becker ( evangelische Kirche ). Erstmals hatte nun die Freiwillige Feuerwehr Langscheid ein eigenes Zuhause!

Am 12.08.1979 wurde dann unser neues Haus im Rahmen eines Tages der offenen Tür der Langscheider Bevölkerung vorgestellt. Viele Bürger machten von dieser Möglichkeit Gebrauch und so wurde es eine rundum gelungene Veranstaltung. Diese Veranstaltung wird seitdem alle 2 Jahre durchgeführt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Zu unserem ersten Besuch bei unseren neuen Freunden und Namensvettern vom Rhein brachen wir am 01. Oktober 1979 auf. Nach einem herzlichen Empfang wurden schnell die bestehenden Kontakte vertieft. Ein abwechslungsreiches Programm lies die beiden Tage wie im Flug vergehen. Beim Abschied freute man sich schon auf das nächste Wiedersehen, welches von nun an regelmäßig stattfinden sollte.

Der 25. Deutsche Feuerwehrtag in Verbindung mit der Ausstellung    „ der Rote Hahn“ fand am 07.06.1980 in Hannover statt. Die Stadt Sundern hatte Busse bereitgestellt und so nahmen 42 Langscheider Kameraden an diesem einmaligen Erlebnis teil.

Der Kreisjugendfeuerwehrtag 1980 wurde am 24.08. von der Feuerwehr Langscheid ausgerichtet. Insgesamt nahmen 23 Gruppen hieran teil. Leider mussten die Spiele wegen Regens vom Sportplatz in die Schützenhalle verlegt werden. Hier konnte die Langscheider Gruppe den ersten Platz erringen. Überhaupt waren die Langscheider Jugendlichen in diesen Jahren die erfolgreichste Jugendgruppe im gesamten Hochsauerlandkreis. Von allen Wettkämpfen kehrte man fast immer als Sieger nach Hause, was auch Stadtbrandmeister Johannes Vollmer sehr erfreute.

Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte konnte die Feuerwehr am 23.10.1980 feiern. In einer kleinen Feierstunde wurde das neue Fahrzeug LF 8 von Bürgermeister Franz – Josef Tigges an die Langscheider Löschgruppe übergeben. Das Fahrzeug, von der Fa. Ziegler in Giengen aufgebaut, hatte eine Zusatzausrüstung zur technischen Hilfe an Bord. Man war der zunehmenden Anzahl von Einsätzen in diesem Bereich mit diesem Fahrzeug entgegen getreten. So verfügte die Feuerwehr in Langscheid erstmals über ein Notstromaggregat, eine Rettungsschere, eine Tauchpumpe, einen Trennschleifer, eine Motorsäge sowie ein Beleuchtungsstation mit zwei 1000 Watt – Strahlern. Die Schlagkraft der Feuerwehr hier am Sorpesee wurde so um ein vielfaches erhöht.

Den kirchlichen Segen erhielt das neue Fahrzeug am 29.11.1980. In einer feierlichen Zeremonie segnete Pastor Gisbert Wisse das neue

LF 8 und wünschte dem Fahrzeug und seiner Mannschaft stets eine gesunde Heimkehr nach Einsätzen und Übungen.

Vom 09. bis 11.10.1981 konnten wir unsere Freunde aus Langscheid/Rhein wieder in unserer Mitte begrüßen. Man verlebte

3 schöne Tage bei einem abwechslungsreichen Programm. Die bestehenden Kontakte wurden ausgeweitet und so kamen auch Kontakte zu anderen Vereinen zustande.

Am 19.06.1982 stand ein Ausflug in den Tagebau der Rhein Braun Kohlewerke auf dem Programm. Man besichtigte die Feuerwehr, die riesigen Kohlebagger und auf der Rückfahrt noch den Flughafen Düsseldorf.

Vom 23.07. bis zum 01.08.1982 führte unsere Jugendfeuerwehr ein Zeltlager in Langscheid am Rhein durch. Es waren schöne und unbeschwerte Tage, die die Jugendlichen aus beiden Dörfern gemeinsam verbrachten. Es wurden auch hier viele neue Freundschaften geknüpft. Auch der Wehrführer der Stadt Sundern Johannes Vollmer lies es sich nicht nehmen, einen Besuch am Rhein zu machen.

Einen weiteren Gegenbesuch am Rhein unternahmen die Langscheider vom 13. bis 14.08.1983.

Aus Anlaß des 10 – jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr am Sorpesee fand das Kreisjugendfeuerwehrtreffen am 27.05.1984 in Langscheid statt. Insgesamt konnten 29 Gruppen begrüßt werden.

Zum Stadtfeuerwehrverbandstag der Stadt Sundern, welcher am 25.08.1984 in Langscheid stattfand, konnte Löschgruppenführer Xaver Henneke zahlreiche Gäste begrüßen. Neben den Löschgruppen aus dem Stadtgebiet konnten auch viele befreundete Wehren aus der Stadt Balve willkommen geheißen werden. Ein besonderer Gruß gingen an den Bezirksbrandmeister Rösen und Kreisbrandmeister Hahne, welche beide mit Ihren Frauen gekommen waren.

Aus gesundheitlichen Gründen legte der stellv. Löschgruppenführer Werner Schulte am 04.01.1985 sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde Udo Bierhoff gewählt. Dieser übernahm im Jahr 1986 auch das Amt des Stadtjugendfeuerwehrwartes von Karl Marcewski, da dieser aus Gesundheitsgründen in die Ehrenabteilung wechselte.

Am 04. und 05. Juli 1987 stand wieder ein Besuch bei den Freunden vom Rhein auf dem Programm. Diesmal wurde es jedoch ein besonderer Besuch, da sich der Musikverein anschloß. So startete man mit zwei Bussen und 100 Personen auf in Richtung Langscheid/Rhein. Bei strahlendem Wetter wurde es für alle Beteiligten ein phantastisches Wochenende.

Aus Anlaß der 10 jährigen Freundschaft zwischen den beiden Dörfern wurde im Rahmen eines Besuch unserer Freunde vom 27. und 28. August 1988 an der St. Antonius Kirche am Sorpesee ein Walnussbaum gepflanzt. Dieser ist seitdem kräftig gewachsen und erinnert alle an die bestehende Freundschaft zwischen den Namensvettern.

Im Jahr 1989 übernahm Michael Lübke das Amt des Stadtjugendfeuerwehrwartes von Udo Bierhoff, da dieser aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegte.

Mit Erreichen der Altersgrenze am 22.07.1990 musste Xaver Henneke vom Amt des Löschgruppenführers zurücktreten. In einer Feierstunde am 01.09.1990 wurde er feierlich verabschiedet. Auch seine Ehefrau Brigitte wurde in den Dank einbezogen. Unter den Klängen des Musikverein Langscheid und den Reden vieler Gäste wurde er vom neuen Löschgruppenführer Hermann – Josef Schultz zum Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid/ Sorpesee ernannt. Neuer stellv. Löschgruppenführer wurde nach dem Rücktritt von Udo Bierhoff Martin Henneke.

Am 20. und 21.09. 1991 wurde ein Ausflug nach Arolsen ins Hessenland unternommen.

Am 17.12.1992 verstarb im Alter von 89 Jahren der Ehrenbrandmeister Karl Vielhaber. Er war seit 1927 Mitglied der Langscheider Feuerwehr.

Den zweiten Ausflug mit dem Musikverein zusammen an den Rhein unternahm man am 27. und 28. Juni 1992.

Eine Einladung nur für die Feuerwehrkameraden erhielt man von der befreundeten Feuerwehr aus Mörfelden-Walldorf. Man folgte dieser gerne und so starteten einige Wehrmänner am 28.08.1993 in die Nähe des Frankfurter Flughafens. Dort angekommen war man begeistert von der tollen Ausrüstung dieser Stützpunktwehr, die einen großen Autobahnabschnitt zu betreuen hat. Da viele Mitglieder dieser Wehr auf dem Flughafen arbeiten, bekam man die einmalige Gelegenheit, die Flughafenfeuerwehr aus nächster Nähe zu besichtigen. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Der 1. Stadtjugendfeuerwehrtag der Stadt Sundern fand am 13.08.1994 aus Anlass des 20 jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Langscheid am Sorpesee statt. Eingerahmt wurde er von einem dreitägigen Zeltlager.

Mit der Wahl von Michael Lübke zum Kreisjugendfeuerwehrwart im Jahr 1995 stand erstmals ein Feuerwehrmann aus Langscheid den gesamten Jugendfeuerwehren im HSK vor. Dieses Amt hatte er bis 2001 inne

Einen Ausflug in die neuen Bundesländer unternahm man vom 15. bis 17.09.1995. Die Reise führte nach Thüringen und ein Höhepunkte waren ein Frühschoppen und eine Wanderung auf dem berühmten Rennsteig.

Eine traurige Nachricht erreichte die Feuerwehr und alle Langscheider am 02.12.1995. Im Alter von nur 61 Jahren war Josef Vogel in Langscheid am Rhein plötzlich und unerwartet verstorben.

Er war es, der die Freundschaft zusammen mit Xaver Henneke aus der Taufe gehoben und immer weiter vertieft hatte. Zu seiner Beerdigung fuhren sowohl Abordnungen der Feuerwehr und Musik als auch Langscheider Bürger. Eine große Trauergemeinde zeugte von der großen Beliebtheit dieses einzigartigen Menschen. Langscheid hat einen guten Freund verloren.

Vom 10. bis 12.10.1997 feierte die Feuerwehr Langscheid/Rhein ihr 70 jähriges Bestehen. Zu dieser Feier waren auch die Kameraden aus dem Sauerland eingeladen und nahmen zahlreich daran teil.

Einen großen, nächtlichen Einsatz galt es am 25.08.1998 zu bewältigen. Der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses am Fasanenweg brannte in voller Ausdehnung und  wurde mit mehreren C – Rohren, auch über die Sunderaner Drehleiter, gelöscht. Insgesamt dauerte der Einsatz fast 6 Stunden. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt.

Die Ausrichtung des 25. Stadtfeuerwehrverbandstages hatte sich die Löschgruppe Langscheid gesichert. Am 04.09.1999 wurde nicht nur dieser begangen sondern auch das 25 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Langscheid. Nicht verwunderlich war es daher auch, dass 6 Kameraden für 25 jährigen Dienst in der Feuerwehr mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet wurden.

Zum Jahrtausendwechsel 1999/2000 hatte die Stadt Sundern alle Feuerwehren aufgerufen, die Gerätehäuser besetzt zu halten um im Falle eines Einsatzes sofort ausrücken zu können. Auch in Langscheid war dies der Fall. Weit mehr als eine Gruppe war einsatzbereit und für den Fall der Fälle gerüstet. Zum Glück gab es im gesamten Stadtgebiet keine Vorkommnisse.

Um eine Unterstellmöglichkeit für die mittlerweile 3 Anhänger der Löschgruppe zu schaffen suchte die Feuerwehr im Jahr 2000 nach einer Fertiggarage. Fündig wurde man beim Ruhrverband in Hüsten, der diese kostenlos zur Verfügung stellte.  Der Abtransport musste jedoch auf einem Tieflader und mit einem Autokran erfolgen. Diese Kosten wurden von der Löschgruppe Langscheid getragen.

Am 14.06.2002 starteten 7 Langscheider zu einer ungewöhnlichen Fahrradtour. Galt es doch an 3 Tagen die Strecke nach Langscheid am Rhein ( ca. 240 km ) zu bewältigen. Anlass hierfür war das 75 jährige Bestehen der Feuerwehr im Rheindorf. Am Wochenende folgten dann nochmals ca. 100 Langscheider von mehreren Vereinen mit 2 Bussen um dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Da die Freundschaft zwischen den beiden Orten mittlerweile seit fast 25 Jahren besteht, wurde ein Bergahornbaum aus dem Sauerland am Rhein gepflanzt.

Zur nachbarschaftlichen Hilfe rückten die Langscheider Wehrmänner am 30.07.2002 nach Amecke aus. Ein schweres Unwetter hatte hier für viele Einsätze gesorgt. Viele Feuerwehren aus dem Stadtgebiet waren vor Ort. Von der Löschgruppe Langscheid wurden in fast 5 Stunden insgesamt 9 Einsatzstellen abgearbeitet.

Das Jahr 2003 begann mit einem der größten Einsätze im Stadtgebeit Sundern. Um 0.30 Uhr an Neujahr meldeten mehrere Anrufer der Leitstelle HSK einen Bauernhofbrand in Hövel. Beim Eintreffen der Feuerwehren aus Langscheid und Hachen brannte das Gehöft im Dachbereich in voller Ausdehnung. Die ersten Maßnahmen beschränkten sich auf die Rettung der vielen Tiere in den Stallungen.

Zum Einsatz kam neben fast allen Löschgruppen aus dem Stadtgebiet Sundern auch die Feuerwehr aus Beckum. Von der Löschgruppe Langscheid wurden bis zum Abend des kommenden Tages insgesamt 379 Einsatzstunden geleistet.

Zu einer Anhörung hatte der Kreisbrandmeister alle Mitglieder der Feuerwehr der Stadt Sundern geladen. Anlass war das Ausscheiden des Wehrführers durch Erreichen der Altersgrenze. Als Nachfolger wurde Peter Risse ( Feuerwehrbeamter bei der Stadt Arnsberg ) bestimmt. Somit war erstmals ein Mitglied der Löschgruppe Langscheid Wehrführer der Stadt Sundern! Sein Stellevertreter wurde Rainer Albers aus Sundern.

Am 14.02.2003 stand wieder ein mehrstündiger Einsatz für die Feuerwehren aus Lanscheid, Hachen, Stemel und Sundern an. Der Burgberg in Hachen war abgerutscht und hatte bereits einige Häuser beschädigt. Nun sollte mit Wasserdruck versucht werden, das Gestein zu einem kontrollierten Abrutschen zu bringen. Es wurden mehrere Leitungen von der Röhr zum Burgberg verlegt, um dann das Wasser über 10 C – Rohre in die entstandenen Risse einzubringen. Der Einsatz wurde nach mehreren Stunden erfolglos abgebrochen.

Am 16.04.2003 wurden die beiden neuen Wehrführer Peter Risse und Rainer Albers im Rahmen einer kleinen Feierstunde in íhre Ämter eingeführt. Peter Risse wechselte gleichzeitig von der Stadt Arnsberg zum Ordnungsamt der Stadt Sundern.

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am 21.09.2004 auf der

B 229 in Höhe der Kläranlage Reigern. Hier waren zwei PKW frontal zusammengestoßen. In einem Fahrzeug wurde eine Person eingeklemmt. Der Notarzt konnte bei dieser Person nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde von den Feuerwehrleuten aus Hachen und Langscheid aus dem Wrack geschnitten.

Am 13. und 14. April 2005 begaben sich 4 Kameraden der Löschgruppe Langscheid, unter ihnen Stadtbrandmeister Peter Risse, auf die Fahrt nach Weisweil. Hier galt es das, neueste Fahrzeug der Stadt Sundern, ein LF 10/6, abzuholen, welches für den Standort Langscheid bestimmt ist.

Dieses Allradfahrzeug der Fa. Iveco Magirus ist mit allen feuerwehrtechnischen Gerätschaften ausgerüstet. Erstmals verfügt die Löschgruppe Langscheid somit über ein Fahrzeug mit einem 1000 Liter fassenden Wassertank. Außerdem befinden sich ein Hydraulikaggregat zum Betrieb des Spreizers und der Schere, ein

Hochleistungslüfter, ein Gerätesatz Absturzsicherung, ein Lichtmast sowie ein Notstromaggregat an Bord. Während der Fahrt zum Einsatzort können sich zwei Kameraden mit Preßluftatmern ausrüsten. Mit diesem Fahrzeug hat sich die Schlagkraft der Löschgruppe Langscheid um ein vielfaches erhöht. Einziger Wermutstropfen war jedoch, das man sich nach fast 46 Jahren von dem Opel Blitz trennen musste. Ein Opel Liebhaber aus Amecke hat das Fahrzeug jedoch übernommen und versichert, es zu pflegen und der Löschgruppe Langscheid jederzeit zur Verfügung zu stellen.

Bereits vor der Anschaffung des neuen Fahrzeuges aber auch gerade hierfür hat die Löschgruppe in den vergangen Jahren immer wieder in Eigenleistung das Gerätehaus renoviert. Der gesamte Außenputz wurde in Eigenleistung erneuert. Die Isolierung im gesamten Gebäude wurde erneuert. Die Decken in der Fahrzeughalle und der Werkstatt wurden ebenfalls komplett durch neue ersetzt. Des weiteren wurde für beide Fahrzeuge eine Abgasabsauganlage installiert. Ein Luftdruckanschluß für das neue LF 10/6 wurde ebenfalls angebracht. Die neueste Errungenschaft ist ein Beamer. Mit diesem lassen sich die theoretischen Übungsabende nach dem neuestem Stand der Technik durchführen.

Chronik erstellt durch Martin Henneke im Februar 2006.